• Olav Bouman

Gedanken zu einem Podcast


Vor einigen Tagen hat mein lieber Kollege Andreas Schiemenz eine Podcastfolge veröffentlicht, die mich wirklich begeistert hat. Andreas hatte Sabrina Behm zu Gast, die über das Thema stille Auktion und Charity Events gesprochen hat.

Ich glaube, dass jeder Fundraiser, Kommunikado und CEO der sich Gedanken über Charity Events macht, diesen Podcast gehört haben sollte.

Aber warum berührt mich das Thema so sehr? Ganz einfach, ich habe seit den 90er Jahren Charity Events organisiert und dabei unzählige Fehler gemacht, bis ich endlich funktionierende Events hinbekam. Dazu habe ich auch unzählige gesellschaftliche Anlässe aus anderen Bereichen und in vielen Ländern besucht.


Auf zwei Themen der Podcastfolge würde ich deshalb gerne noch einmal vertiefend eingehen, da ich sie für essentiell halte.


Der erste Punkt betrifft das Thema "Laute" oder "Stille Auktion"? Sabrina Behm und Andreas arbeiten heraus, dass es vielen Menschen nicht recht ist, dass öffentlich bekannt wird, dass sie einen teuren Gegenstand erworben haben. Das ist eine kulturelle Besonderheit im deutschsprachigen Raum und auch in weiten Teilen Europas. Über Geld redet man nicht!


Meiner Beobachtung nach gibt es eine recht einfache Formel: altes Geld produziert sich nicht in der Öffentlichkeit, insbesondere nicht, wenn es sich um Geld dreht.

Neues Geld sucht eher die Öffentlichkeit. Mein Schluss daraus ist, den Menschen die Möglichkeit zu geben, in aller Stille sich etwas zu gönnen oder Gutes zu tun. Damit bedient Sabrina Behm mit ihrer Stillen Auktion ein Bedürfnis vieler Menschen. Bravo.


Der zweite Punkt, den ich für überaus wichtig halte: in einer Organisation von gewisser Bedeutung, sollte es immer Menschen geben, die sich auf dem gesellschaftlichen Parkett, spielend bewegen können.

Gerade für Geschäftsführer, Vorstände etc. sollte es in der Stellenbeschreibung stehen, dass sie parkettsicher sind. Das mag sich arrogant anhören, ist aber eine wichtige Voraussetzung, wenn man große Spender gewinnen möchte.


Und neben der Top-Position in einer Organisation, sollte es auch weitere Menschen geben, die wissen wie man eine "Fliege" bindet, zu welcher Gelegenheit man das "kleine Schwarze" oder das Abendkleid trägt und wie man das Besteck bei einem 8-gängigen Dinner bedient.


Manche bringen diese Fähigkeiten schon von zuhause aus mit, andere können das lernen. Wobei es wichtig ist diese Fertigkeiten nicht nur zu erlernen, sondern auch regelmäßig anzuwenden, um nicht als Parvenü identifiziert zu werden. Dann doch liebe zu der Unwissenheit der Gepflogenheiten in solcher Gesellschaft stehen.


Denn es gibt noch einen weiteren Weg, wie man trotz mangelnder Kenntnis der Regeln, bei solchen Events extrem gut bestehen kann: Authentizität!


Damit ist nicht der grobe Keil gemeint, sondern dass man über eine so charismatische Persönlichkeit verfügt, dass alle Regelbrüche übersehen werden.

Über die Zeit habe ich gelernt, dass die Zielgruppe für solche Events oft ein wenig die Verbindung zu "normalen" Menschen verloren hat.


Deshalb kam es immer großartig an, wenn ich in eine solche Gesellschaft authentische Projektmitarbeiter gemischt habe, die von den "Abenteuern" im Feld berichten konnten. Klar ist, dass das ein gewisses Talent für unterhaltsame Geschichten, Smalltalk und Offenheit voraussetzt. So etwas kommt fast immer gut an, berührt die Herzen und wie jeder gute Fundraiser weiß, sind berührte Herzen der Schlüssel zum Portemonnaie.

Und ein letzter Rat: fast keine Organisation hat eine wirklich erfahren Charity Event Abteilung. Die beste Investition ist dann, sich Hilfe von aussen zu holen. Das rechnet sich, wenn man sich den richtigen Partner aussucht, allemal.


Also, wenn noch nicht getan bitte unbedingt den Podcast von Andreas mit Sabrina Brehm anhören.




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